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Auch mal NEIN sagen! - Der treuherzige Hundeblick

Auch mal NEIN sagen!

Herrchen hat sich fest vorgenommen, nun wirklich einmal konsequent zu bleiben – denn Emma soll ja nichts mehr vom Tisch bekommen. Doch dann schmiegt sich plötzlich ein flauschiger Kopf an sein Bein, zwei hungrige Kulleraugen sehen ihn flehend an und fast automatisch wandert dann doch ein Happen vom Teller in die pelzige Schnauze …. Wie Emma beherrschen viele Hunde jede Menge Tricks, mit denen sie ihre Menschen beeinflussen können und das erreichen, was sie wollen.
Text: Carolin Schulz-Osterloh

„Aus Sicht der Hunde verfügen Menschen dank ihrer Auffassungsgabe, ihrer Lernfähigkeit und ihres guten Gedächtnisses über ein beachtliches Potenzial, um sie nach Lust und Laune zu dressieren”, so sieht es Kleinspitz „Tucki” in dem humorvoll geschriebenen Buch „Artgerechte Menschenhaltung”, erschienen im Kynos Verlag.
Viele Hundehalter haben sich bestimmt tatsächlich auch schon mal gefragt, wer bei ihnen zu Hause eigentlich wen im Griff hat.

Hunde lernen schnell und setzen deshalb erfolgreiche Verhaltensweisen immer wieder ein. Vom allseits bekannten treuherzigen Hundeblick, über nervendes und nach Aufmerksamkeit heischendes Benehmen wird alles ausprobiert. Und wenn ein Mensch zu positiv darauf reagiert, kann es sein, dass sein Vierbeiner ihm irgendwann auf dem Kopf herumtanzt.
Denn wie sehr ein Hund seinen Halter manipuliert, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie leicht sich dieser beeinflussen lässt. Die Gründe, warum Menschen sich extrem manipulieren lassen, sind vielfältig. Manche wollen einfach nett sein, andere tun sich allgemein im Leben schwer damit, auch mal „Nein” zu sagen. Und dann ist da auch noch das schlechte Gewissen, weil man viel zu wenig Zeit für das geliebte Fellknäuel hat – und Hunde dies mit ihren Unterwürfigkeitsgesten und dem allseits bekannten treuen Blick noch zusätzlich verstärken …
Wie Studien gezeigt haben, lernen Hunde nicht nur schnell, sondern sind auch sehr gute Beobachter, die sogar in der Lage sind, die Perspektive des Menschen einzunehmen. Sie spüren also genau, ob ihr Halter sie im Blick hat oder ob sie vielleicht schnell heimlich etwas stibitzen können.

Die Forschung weiß warum

Manipulatives Verhalten ist typisch für soziale Lebewesen – schließlich sind sie alle darauf angewiesen, sich so zu verhalten, dass es ihnen Vorteile bringt. So ist es auch im Tierreich bei den Arten untereinander. Tiere nutzen verschiedene Täuschungsmanöver, wie beispielsweise das Aufstellen der Haare, um größer zu erscheinen.
Allerdings ist es umstritten, wie bewusst Hunde dieses Verhalten tatsächlich einsetzen. Zum einen ist nicht jedes Anstupsen und jeder treuherzige Blick als Bestechungsversuch einzustufen, sondern häufig werden diese Methoden auch ganz einfach aus Freundlichkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl gezeigt. Und auch im Falle eines Falles kann man ganz sicher davon ausgehen, dass es nicht in der Absicht geschieht, dem Menschen irgendwie zu schaden. Eine harte Strafe ist also keinesfalls angemessen, auch wenn man bei manchen Reaktionen des Tieres Grenzen setzen muss, damit das Zusammenleben funktioniert.

Zuerst sollte man jedoch hinterfragen, ob es nicht auch gute Gründe gibt, warum der eigene Vierbeiner seinen Willen durchsetzen will. Gibt es vielleicht wichtige Bedürfnisse, die nicht befriedigt sind, so dass es für ihn notwendig wird, nach Mitteln und Wegen zu suchen? Dazu gehören beispielsweise der Wunsch nach Kontakt zu Menschen und anderen Hunden, nach Bewegung, geistiger Beschäftigung und guter Ernährung. Denn ist der Halter ständig gestresst, kann er seinem Hund nicht unbedingt die Aufmerksamkeit schenken, die dieser braucht. Der Vierbeiner reagiert dann nicht selten mit auffälligem Verhalten.

Agieren statt reagieren

Außerdem spüren Hunde sehr feinfühlig, wie es ihrem Menschen gerade geht – und spiegeln in ihrem Tun häufig das Befinden des Halters wider. Es muss sich also nicht unbedingt um manipulatives Verhalten handeln, wenn der Vierbeiner sich beispielsweise immer aufgeregt zwischen seinem Besitzer und den Besuch drängelt, um dabei die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er kann auf diese Art und Weise auch einfach widerspiegeln, dass er spürt, dass sein Herrchen eigentlich seine Ruhe haben will.

Nicht selten fördert der Tierhalter unerwünschtes Benehmen des Hundes selbst, indem er vorwiegend reagiert statt agiert und nicht verständlich mit ihm kommuniziert. Sowohl übertriebene Härte als auch die Haltung, alles durchgehen zu lassen, treffen die Bedürfnisse des Tieres nicht. Vielmehr sollten sich Herrchen und Frauchen auf ruhige Art und Weise authentisch verhalten. Denn es hat sich gezeigt, dass ganze 70 Prozent der Kommunikation zwischen Hund und Mensch über Gefühle und Gedanken laufen und nur 10 Prozent über die Stimme und 20 Prozent über die Körpersprache. Hunde spüren einfach, wenn sie geliebt werden und ihnen ihren wirklichen Bedürfnissen entsprechend Aufmerksamkeit geschenkt wird, was dann übertriebenes Verhalten überflüssig macht.

Quelle: Zeit für Tiere – Ausgabe Nr. 107