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Dackel - Teckel - Dachshund - Keltenbracken - Segusier

Dackel: Ein Draufgänger oder eine Mimose?

Dackel ist nicht gleich Dackel! Der eine ist störrisch und träge, der andere ein kleiner Raufbold und der dritte ist munter, freundlich und aufgeweckt. Und nicht zu vernachlässigen: Der eine wirkt aufgrund des langen Haares fast aristokratisch, der andere ist durch sein kurzes Fell besonders  pflegeleicht. Der robuste Rauhaardackel ist meist ein Draufgänger: lebhaft, aufgeweckt und voller Jagdeifer. Eher sensibler sind die Kurzhaardackel, deren Persönlichkeit aber besonders stark ausgeprägt ist.
Text: Bärbel Jost


Früher ging Teckel „Wastl” mit Herrchen auf die Jagd, heute begleitet Zwergdackel „Chino” Frauchen  ins Büro und dann zum Sport. Nachdem die Dackel eine ganze Zeit lang fast völlig aus dem Fokus geraten waren, weil ihnen ein spießiges Image anhaftete, liegen sie heute wieder voll im Trend. Ob Rauhaar-, Langhaar- oder Zwergdackel – keine deutsche Hunderasse hat in den letzten Jahren wieder so sehr an Beliebtheit gewonnen wie der Dackel. Dass sich plötzlich Stars wie Heidi Klum oder Adele mit ihren Dackeln vor die Linse wagen, lässt fast schon vermuten, der Dackel könnte an seine große Popularität in den 1970er-Jahren anknüpfen. Auf einmal ist der gewitzte Vierbeiner nicht mehr das Langweiler-Accessoire von anno dazumal, sondern der coole und hippe vierbeinige Begleiter.

Vergangenheit neu interpretiert

Der Innovationstrend nach neuen Hunderassen ist so gut wie abgeflaut – jetzt ist die Zeit für Retro-Chic und Landlust-Kitsch. Gerade bei jungen Leuten drückt sich die Sehnsucht nach Bodenständigkeit in dieser Zuwendung zum Verlässlichen aus. Der Dackel ist der Vierbeiner, der wie kein anderer zu diesem Trend  passt. Dieser Imagewechsel tut ihm gut. Die Entwicklung der Welpenzahlen in den letzten Jahren zeigt, dass die ebenso kleinen wie agilen  Vierbeiner ihre Fangemeinde enorm vergrößert haben. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn Dackel haben ganz viel zu bieten! Ob als Begleiter eines Singles, einer Familie oder auch noch immer des Jägers – für jeden Anspruch gibt es den geeigneten Dackel.

Kurze Beine mit langer Historie

Schon in der Antike hopsten kurzbeinige Hunde an der Seite von keltischen Volksstämmen und unterstützten sie bei der Jagd. Die Keltenbracken oder auch Segusier gelten heute als die Vorfahren des Dackels. Die kurzbeinigen Bracken waren darauf getrimmt, in Dachs- und Fuchsbaue einzudringen und die wehrhaften Tiere aus ihrem sicheren Höhlensystem zu treiben. Bis heute kann das kein Hund besser als der kleine krummbeinige. Um sich einer solchen Aufgabe zu stellen, muss der Dackel nicht nur mutig sein, sondern auch gezielt taktieren und abwägen können. Die Hunde, wie sie damals gezüchtet wurden, waren größer als die heutigen Dackel und hatten Stehohren. Bis zum 18. Jahrhundert entstanden verschiedene Zuchtrichtungen unter diversen Bezeichnungen. Davon sind bis heute Teckel und Dachshund geblieben.

Nach wie vor bestimmen die über Jahrhunderte gezüchteten Eigenschaften maßgeblich den Charakter des Dackels und jeder, der sich die Frage stellt:” Passt ein Dackel zu mir?”, sollte ich das vergegenwärtigen. Die Gestalt mag drollig und herzig aussehen, doch im Kern ist er ein Jagdhund par excellence. Sein Mut und seine Entscheidungsfreudigkeit werden häufig als Sturheit missverstanden. Doch wer sich bewusst mit den Wesensmerkmalen auseinandersetzt, wird neben einem sehr agilen Jagdhund auch einen kinderlieben Familienhund oder einen treuen Begleiter für Singles und ältere Menschen finden.

Den Ambitionen gerecht werden

„Dackel stellen diverse Ansprüche an ihre Besitzer, die man tunlichst erfüllen sollte”, so Tiertrainerin, Autorin und Dackelkennerin Eve Schwender in ihrem umfangreichen Ratgeber „Der Dackel”, erschienen im Knesebeck Verlag München. Voraussetzung für ein stressfreies Miteinander von Mensch und Hund ist in jedem Fall eine fachkundige Erziehung, denn die kleinen Wirbelwinde – soviel lässt sich pauschal durchaus sagen – sind nicht die einfachsten Vertreter dieser Spezies. Vor allem der dieser Rasse vorbehaltene, stark ausgeprägte Wille macht es einem oft nicht leicht. So ein kleiner Dackelwelpe hat ein umfangreiches Repertoire an Einfällen, die seinen Besitzer zeitweilig verzweifeln lassen. Geduld, Konsequenz und Toleranz sind die Zauberwörter, die letztendlich zu einem ausgeglichenen erwachsenen Vierbeiner führen können. Außerdem sollte der muntere Geselle seinem von Natur aus großen Bewegungsdrang nachkommen können und auch sein intelligentes Köpfchen sollte durchaus gefordert werden.
Inzwischen ausgeweitet hat sich die Variationsbreite der Farbschläge. Außer weiß und schwarz gibt es praktisch alle Farben und Farbschläge in der schönen, bunten Dackelwelt.

Treuer Blick und eiserner Wille

Wie sich der kleine Racker entwickelt, liegt zum großen Teil in der Hand seiner Besitzer. Kommen Herrchen und Frauchen mit den großen Leidenschaften (Jagen und Buddeln) ihres vierbeinigen Lieblings klar, haben sie Geduld und Souveränität, Durchsetzungsvermögen, Fantasie und ein großes Herz, dann sind sie die richtigen Zweibeiner. Vor allen Dingen dürfen sie keine Stubenhocker sein. Denn wer der Meinung ist, ein kleiner Hund benötige wenig Auslauf, liegt bei dem quirligen Vierbeiner sicherlich falsch. Gleichfalls gilt es, die besondere Eigenständigkeit des Dackels – die nur allzu oft als Sturheit ausgelegt wird – in einem gesunden Maß zu tolerieren. Seinem Charme wird man ohnehin unzählige Male erliegen, der berühmte  Dackelblick lässt viele Missetaten ganz schnell verzeihen.

Quelle: Zeit für Tiere - Ausgabe Nr. 108