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Hunde für Menschen mit Behinderung

Hunde für Menschen mit verschiedenen Handycaps - Mein Leben in seinen Pfoten

BEISTAND  ZUR  LEBENSBEWÄLTIGUNG

Speziell ausgebildete Hunde stehen ihrem Menschen nicht nur treu zur Seite, sie übernehmen auch verschiedene Aufgaben. Assistenzhunde öffnen Türen, bedienen Waschmaschinen oder Lichtschalter und bemerken sogar im Schlaf, dass ihr Mensch nicht mehr normal atmet und schlagen sofort Alarm.
Text: Ingrid Edelbacher

Assistenzhunde werden ausgebildet, um Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen zu helfen, indem sie die fehlenden Körperfunktionen so gut wie möglich ersetzen. Sie leisten für die Menschen Beistand zur Lebensbewältigung und schenken ihnen damit ein Stück persönliche Freiheit und Sicherheit rund um die Uhr.
Die bekanntesten Assistenten unter den Vierbeinern sind die Blindenhunde. Nach den Weltkriegen gab es eine große Zahl an Kriegsblinden. Ihnen stellte man speziell ausgebildete Hunde zur Seite. Heute werden bei vielen Formen körperlicher Benachteiligung Tiere eingesetzt, die in der Lage sind, Betroffenen den Alltag zu erleichtern, indem sie Türen öffnen, Lichtschalter betätigen, Waschmaschinen und Geldautomaten bedienen oder das Mobiltelefon bringen. Assistenzhunde sind unentbehrliche Helfer und Begleiter für Menschen mit verschiedenen Handicaps. Diese Hunde werden immer nur für einen Menschen ausgebildet und müssen spezielle Charaktereigenschaften aufweisen, um die hohen Standards in der Öffentlichkeit einzuhalten, denn sie gehen ja überall mit hin. Sie dürfen nicht schnüffeln und müssen andere Menschen und Hunde ignorieren. Sie agieren nur für ihren Menschen und dessen Bedürfnisse.

Dann kam Ted

In ihrem bewegenden Buch „Mein Leben in seinen Pfoten“ erzählt die englische Autorin Wendy Hilling, wie ein kleiner weißer Welpe mit pechschwarzen Augen ihr Leben von Grund auf veränderte. Eine seltene Erbkrankheit, die ihre Haut so empfindlich werden lässt wie die Flügel eines Schmetterlings, machte Wendys Leben jahrelang zum Albtraum. Jeder Tag konnte zur Qual, jede Nacht zum Albtraum werden. Doch dann kam Ted. Der Golden Retriever hilft ihr, die Hürden des Alltags zu bewältigen. Und er wacht über ihren Schlaf. Ted hat Wendys Leben inzwischen viele Male gerettet. Selbst wenn er schläft, bemerkt Ted, wenn sein Frauchen unregelmäßig atmet und sorgt für Hilfe.

„Manchmal wache ich auf, kann weder atmen noch mich bewegen. Weil sich in meinem Hals alles zusammengezogen hat, kann ich auch niemanden um Hilfe bitten, obwohl mein Mann direkt neben mir liegt. Doch dann springt Ted auf, rennt zum Notfallknopf an der Schlafzimmerwand und drückt ihn mit der Schnauze. Dann rennt der Golden Retriever einmal ums Bett herum, bellt meinen Mann an und zerrt an seinem Kissen, um ihn zu wecken. Peter wacht auf, dreht mich auf die Seite – und schließlich bekomme ich endlich wieder Luft. Erleichtert ringe ich nach Atem.“

Die assistierenden Tiere schenken Zuneigung und erhöhen mit ihren Hilfeleistungen die Selbständigkeit der Behinderten, was sich positiv auf das Selbstvertrauen auswirkt. Barrieren zu Nichtbehinderten werden abgebaut, was wiederum die Integration in die Gesellschaft erhöht.

Ted ist ein sehr behutsamer und einfühlsamer Hund und hat ein sehr genaues Empfinden dafür, was mit Wendy passiert, sowohl physisch als auch emotional. Weil er beispielsweise weiß, dass sie nicht weinen darf, weil es ihr die Luft nimmt, lenkt er sie mit einem Spielzeug ab, wenn sie traurig ist. Auch im Umgang mit kleinen Kindern oder alten Menschen sei Ted sehr vorsichtig. „Jeder, der auf Ted trifft, schließt ihn sofort in sein Herz.“

24 Stunden im Einsatz

Ted und Wendy sind 24 Stunden am Tag zusammen. In den letzten zehn Jahren waren die beiden weniger als 48 Stunden getrennt. Morgens bringt er seinem Frauchen die Kleider, die ihr Ehemann Peter am Tag zuvor rausgelegt hat. Er hilft ihr beim Anziehen, damit Peter dann ihre Wunden versorgen kann. „Dann gehen wir als erstes mit Ted raus, damit er sich austoben und mit seinen Hundefreunden spielen kann.“

Weil Assistenzhunde auch in Lebensmittelgeschäfte dürfen, gehen die beiden auch einkaufen, wenn der Kühlschrank leer ist. Natürlich darf Ted auch für sich Leckerlis aussuchen. Ted bezahlt dann für sein Frauchen an der Supermarktkasse. „Nachmittags ruhen wir uns aus. Danach hat er noch mal Zeit zum Spielen und Rennen“, sagt Wendy. Nach dem Abendessen hilft er ihr dabei, sich zum Schlafen fertig zu machen. Anschließend erledigt er noch eine wichtige Aufgabe: Er kümmert sich um die Wäsche.
Ted bemerkt, wenn Wendy krank ist oder Schmerzen hat. Dann sitzt er ganz nah bei ihr. „Ehe ich Ted hatte, haben die Leute mich wegen meiner Krankheit angestarrt, jetzt schauen sie auf Ted.“ Und ihr Mann muss sich keine Sorgen mehr machen, wenn sie allein zu Hause ist, denn er weiß, Ted passt auf seine Frau auf. „Ted gibt mir morgens einen Grund aufzustehen. Er ist immer für mich da und bereit zu spielen oder ruhig neben mir zu sitzen. Es ist, als wüßten wir, was der andere denkt.“

TIPPS
Näheres über Assistenzhunde in Deutschland: www.assistenzhunde-zentrum.de
Wendy Hilling „Mein Leben in seinen Pfoten“
Die Geschichte von Wendy und ihrem Assistenzhund Ted ist die ergreifende Geschichte einer unvergesslichen Freundschaft zwischen einer Frau und ihrem vierbeinigen Retter.
Penguin Verlag
ISBN: 978-3328101017


Quelle: Zeit für Tiere – Ausgabe Nr. 114