ARAS

Exquisite TiernahrungFrischdienst Depot NiederrheinRuhr - Eifel + Ostwestfalen

Leer

Summe: 0,00 €

WIR LIEFERN PERSÖNLICH
kostenlose Lieferung ab 10 €

Pyrenäenberghunde – mit doppelten Wolfskrallen – verbellen Beutegreifer

Pyrenäenberghunde - Des Schäfers rechte Hand

Sie sind groß und sehen mit ihrem weißen Fell ziemlich kuschelig aus: Aber die Pyrenäenberghunde sind eigenwillig, wachsam und alles andere als klassische Familienhunde. Diese Eigenschaften qualifizieren sie jedoch für ganz besondere Aufgaben. Denn bereits seit Jahrtausenden wird die Rasse als Herdenschutzhund sehr geschätzt.
Text: Bärbel Jost

Schon im Mittelalter, als in den Pyrenäen noch viele wilde Tiere wie Bären und Wölfe lebten, kamen die großen weißen Hunde als Beschützer großer Herden zum Einsatz. Dank ihres langen dichten Fells, das zudem auch noch extrem witterungsbeständig ist, schützten sie sich vor Angriffen sowie vor klimatischen Besonderheiten. Als selbständig arbeitende, tapfere und pflichtgetreue Hunde ließen die Bauern stets zwei dieser Tiere meist allein bei der Herde zurück, da sie wussten, dass immer einer der Hunde Wache hielt, während der andere ruhte.

Auch anderenorts fanden die Pyrenäenberghunde Gefallen: Bereits zu Beginn des 15. Jh. wurden sie als Wächter auf den Schlössern der Pyrenäen wie z.B. dem Chateau de Lordes gehalten und dort auch gezüchtet. Letztendlich fanden sich Pyrenäenberghunde nicht nur in den Bergen und Tälern der französischen Pyrenäen wieder, sondern sogar auf dem Hof des Sonnenkönigs. Ludwig XIV. schmückte sich gerne mit diesen imposanten Hunden. 1907 gründete man den ersten Rasseklub und 16 Jahre später kam es zur Eintragung der offiziellen Standards bei der „Société Centrale Canine de France“. In Deutschland wurden die französischen Hunde erstmals 1937 vom Fürsten Günter von Schönburg-Waldenburg in Sachsen gezüchtet.

Der Pyrenäenberghund entwickelt eine enge Bindung zur Herde und verteidigt diese im Notfall auch gegen Wölfe.

Mit der jetzigen Rückkehr der Wölfe sind die Pyrenäenberghunde in Deutschland wieder verstärkt in den Fokus gerückt. In Frankreich, Polen, Bulgarien und Italien aber haben sie – wie andere Herdenschutzrassen wie Maremmano Abruzze, Kangal oder Kuvacs – eine jahrhundertelange Tradition und sind über eine genauso lange Zeit auf ihre Fähigkeiten hin selektiert worden.

Die Hauptarbeitszeiten der „weißen Riesen“ sind die Abend- und Morgendämmerung sowie die Nacht. Ihr ausgeprägtes Alarmverhalten zeigt an, dass Beutegreifer im Anmarsch sind. Sie veranstalten dann ein Riesenspektakel, das jeden Angreifer in die Büsche schlägt.

Wächter mit Leib und Seele

Die mächtigen Vierbeiner leben von klein auf in der Herde, werden hier meist schon geboren und wachsen mit den Tieren, die sie instinktiv beschützen sollen, gemeinsam auf. Anderthalb Jahre dauert es dann, bis aus dem kuscheligen Welpen ein gestandener Herdenschutzhund geworden ist. Anders als Hütehunde, die Herden von einer Weide zur nächsten treiben, sind Herdenschutzhunde ausschließlich zur Verteidigung ihrer Herden da. Doch trotz des angeborenen Urinstinktes bringt nicht jeder Hund die Voraussetzungen mit, ein guter Schutzhund zu werden. Der Hund darf weder ängstlich noch unkontrolliert aggressiv sein. Doch wenn die Hunde echte Gefahren wittern – wie die von Kolkraben oder Wölfen – dann schlagen sie sofort an und verbellen den potentiellen Feind.

Nur bedingt ein Familienhund

Eines vorab: Herdenschutzhunde sind tolle Hunde – sie sind Spezialisten und dann artgerecht gehalten, wenn sie ihre Eigenschaften und ihre Instinkte ausleben können. In urbanen Gebieten ist das meist nicht möglich, in Städten sogar überflüssig. Selbstverständlich sollten die Hunde auch viele Kontakte mit ihren Menschen haben, die aber ebenso eng mit der Natur verbunden sind wie sie. Ein Leben ausschließlich als Familienhund ist für einen Pyrenäenberghund demnach nicht angeraten. Aber wenn doch, dann sollte ein großes umzäuntes Grundstück mindestens vorhanden sein, in dem er zum einen viel Platz hat und zum anderen seine angeborene Wachsamkeit ausleben kann. Im Umgang mit dem mutigen, wachsamen und intelligenten Hund ist vom Halter ebenso Souveränität und Langmut erforderlich. Das sich so entwickelte gegenseitige Vertrauen muss in jeder Hinsicht gefördert und erhalten werden. Das ruhige und sanfte Wesen des Hundes macht ihn zu einem angenehmen Begleiter.

Sanfter Riese

Pyrenäenberghunde sind imposante und kräftige Hunde, denen trotzdem eine gewisse Eleganz nicht abgesprochen werden kann. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von stattlichen 70-80 cm, Hündinnen sind nur geringfügig kleiner. Dabei wiegen die Hunde in der Regel zwischen 45 und 60 kg. Sie haben ein dichtes, üppiges, raues und recht langes Deckhaar. Um den Hals verdichtet sich das Fell zu einer Art Mähne. Pyrenäenberghunde gibt es in den Farben reinweiß oder hellgelb. Die Augen sind stets dunkelbraun und mandelförmig. Die Rute ist buschig und kringelt sich bei Anspannung. Typisch sind die doppelten Wolfskrallen an den Hinterläufen.

Quelle: Ausgabe Nr. 113