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Sympathie - Hund und Mensch

... und es hat Zoom gemacht

Gleich und Gleich gesellt sich gern. Diese Weisheit bewahrheitet sich nicht nur im menschlichen Miteinander, sondern auch, wenn es um Vierbeiner und ihre Besitzer geht. Sich gegenseitig riechen zu können, trifft hier sogar noch mehr des Pudels Kern.
Text: Bärbel Jost

Es ist gar nicht so einfach, die richtige Wahl zu treffen. Gibt es doch so viele verschiedene Hunderassen. Wie soll man sich da für eine entscheiden?

Vielleicht sollten zukünftige Frauchen und Herrchen nicht so kompliziert an die Suche nach dem richtigen Hund herangehen und sich viel mehr auf ihr „Bauchgefühl” verlassen. Denn mit der berühmten Liebe auf den ersten Blick kann man durchaus den passenden Vierbeiner finden. Ähnlich wie bei der menschlichen Partnerwahl entscheidet in erster Linie das Aussehen des Hundes. Zudem suchen sich Hundebesitzer in spe ihre Fellnasen bereits im Vorfeld nach gewissen Gleichartigkeiten mit sich selbst aus. Dabei geht es aber nicht nur um optische Vergleichbarkeiten wie etwa „kleiner Mensch, kleiner Hund”. Vielmehr entscheidet in erster Linie die Sympathie. Dabei fühlen sich Menschen intuitiv zu Hunden mit analogen Gesichtszügen hingezogen. Das klingt bei Vierbeinern zwar etwas absurd, aber warum sollte es anders sein als bei der Partnerwahl? So kommt der österreichische Verhaltenswissenschaftler Prof. Kurt Kotrschal zum Schluss: „Wir interpretieren die Gesichtszüge eines Hundes aus unserer menschlichen Perspektive, wir legen dem Tier ein menschliches Raster an und fragen, ob uns der Hund sympathisch ist.” So ist es dann auch zu erklären, dass gewisse äußerliche Ähnlichkeiten im Vorfeld meist schon vorhanden sind.

Mensch und Hund – Brüder im Geiste

Mit einer Mär räumt Kotrschal allerdings auf: „Optisch gleichen sich Hund und Herrchen mit der Zeit nicht an.” Es gibt keine Beweise dafür, dass sich durch ein langes Zusammenleben die Ähnlichkeit von Hund und Mensch verstärken. Was sich allerdings im Laufe des Zusammenlebens von Vier- und Zweibeinern sehr wohl angleicht, ist das Verhalten. Nicht zufällig haben ruhige Besitzer oft auch sehr ausgeglichene Hunde und sportliche Menschen ein vierbeiniges aktives Pendant.

Spiegelgleiche Entwicklung ist Idealfall

Bei der Beziehung von Mensch und Hund spielt die Persönlichkeit des Besitzers eine große Rolle. Demnach entwickelt sich die Bindung des Hundes an seinen Besitzer genauso wie die Beziehung des Menschen zum Hund. Diese symmetrische Intensität macht den Hund nicht nur zum besten Freund des Menschen, sondern auch zu einem sozialen Unterstützer. Sieht man seinen Hund als Kumpel im Alltag und verbringt dementsprechend viel Zeit mit ihm, wirkt sich das wiederum auf die Nähe und Bindung des Hundes zu seinem Besitzer aus. Viele Verhaltensweisen gleichen Mensch und Hund im Laufe ihrer Beziehung aneinander an. Die Vierbeiner nehmen die Stimmungen ihrer Menschen besonders feinfühlig wahr, spiegeln sie und ahmen sie als sehr gute Beobachter sogar nach.

Wie der Herr, so das Gescherr?

Oder passt sich der Besitzer womöglich seinem Hund an? Beides stimmt. Das hat auch eine Studie des Psychologen Dr. Samuel Gosling von der Universität Texas bewiesen. Charaktereigenschaften von Frauchen oder Herrchen, wie „extrovertiert”, „gesellig”, „ängstlich” oder „abenteuerlustig”, finden sich nach seinen Tests auch bei den dazugehörigen Vierbeinern. Ein Phänomen, das auch der Kölner Verhaltensforscher Günther Bloch bestätigen kann: „Der Hund ist ein Rudeltier. Dadurch, dass er auf nonverbale Kommunikation angewiesen ist, achtet er besonders auf das Verhalten seines Anführers. Das können einfachste Körpersignale des Menschen sein, etwa seine Atmung, ein Zusammenzucken oder das Ausstoßen von Adrenalin. Wiederholen sich diese Signale in bestimmten Situationen, merkt es sich der Hund.” Das könne sogar soweit gehen, dass sich die Charaktereigenschaften sehr weit annähern – ein Prozess, der vergleichbar sei mit der Sozialisation zwischen Eltern und Kindern.
Der Mensch passt sich also im Idealfall dem Charakter des Hundes an, um ihm näher zu kommen und das Tier lernt seinerseits, ein wenig den Charakter des Menschen „nachzuahmen”. Die Verhaltensähnlichkeit zwischen Halter und Hund lässt sich bis hin zur Ernährung beobachten. Menschen, die sich bewusst ernähren, achten auch bei ihren Hunden auf entsprechend gesunde Nahrung.

Optisch gleichen sich Hunde und ihre Besitzer zwar mit der Zeit nicht an – eine solche Ähnlichkeit liegt schon in der Auswahl des Hundes begründet; eine charakterliche Synchronisation im Laufe der Zeit ist aber durchaus zu beobachten.

Quelle: Zeit für Tiere – Ausgabe Nr. 107