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Unterernährter Hund-Arthur der den Dschungel durchquert

Arthur –  Der Dschungelhund

Im November 2014 starten vier Extremsportler ein Rennen der Extraklasse: 700 Kilometer innerhalb von sechs Tagen durch den Dschungel Ecuadors. Inmitten der Wildnis trifft das Team auf einen herrenlosen Hund, der ihnen nicht mehr von der Seite weicht.
Text: Bärbel Jost


An alles hatte das vierköpfige Team um Mikael Lindnord, Kapitän des schwedischen Adventure-Racing-Teams „Peak Performance“ gedacht. Alle hatten sich akribisch vorbereitet, als sie sich auf das Extrem-Rennen im Dschungel einließen. 700 Kilometer waren zurückzulegen, zusammengesetzt aus 158 km Trekking, Klettern und Abseilen, 412 km per Rad und 128 km im Kajak. Die Sieger würden etwa 110 Stunden dafür brauchen und die letzten Finisher bis zu 190 Stunden. Zusammen werden sie reißende Flüsse, steile Berge, tiefe Schluchten sowie Krankheiten und Verletzungen in einem der unwegsamsten Gebiete der Erde überwinden.

Die erste Regel bei einem Adventure Racing lautet: Alles kann passieren. Manchmal völlig unerwartete Dinge.

Sie waren schon fast am Ziel. Vor der letzten 100 km Etappe ruhte sich das Team aus, als sich ein streunender Hund dem Trupp näherte. „Er war groß, und unter all dem Schlamm und Dreck vermutete ich ein goldfarbenes Fell. Schon von weitem sah ich, dass der Schlamm mit Blut vermischt war.“ So erbärmlich sah das struppige und verletzte Tier aus, dass Kapitän Mikael Lindnord ihm ein Hackfleischbällchen zusteckte.

„ … dass dieser Hund etwas Besonderes war, das sah ich gleich.“

Am Morgen danach war der Hund immer noch da. Und als die Extremsportler ihre letzte und schwerste Etappe angingen, trabte der Vierbeiner wie ein Schatten mit. So sehr Mikael es auch versuchte, er wurde den total unterernährten und verletzten Streuner einfach nicht mehr los – und schon bald stellte er fest, dass er das auch gar nicht mehr wollte. Mikael wurde klar, dass der Hund bald nicht mehr mithalten konnte, er schwächelte, drohte im Schlamm zu versinken. Die Sportler pausierten erneut, gaben dem elenden Tier etwas von ihrer Dosennahrung und tauften ihn Arthur, ganz nach dem mutigen und sagenhaften britischen König Artus. Von da ab hielt der Hund, wenn auch auf wackeligen Beinen, wieder mit.

Dann folgte die letzte große Herausforderung, eine über 50 Kilometer lange Kajakfahrt durch reißendes Wasser. Die Organisatoren rieten, den Hund jetzt zurückzulassen, auch zur eigenen Sicherheit. Schweren Herzens verabschiedeten sich die Teammitglieder von Arthur und bestiegen das Kajak. Doch selbst die Fluten konnten den Vierbeiner nicht abhalten, seinem neuen „Rudel“ zu folgen. Mit eiserner Energie kämpfte er gegen die Strömung und versuchte verzweifelt nahe am Boot zu bleiben. Mikael begann Selbstgespräche zu führen: „Wenn du das jetzt machst, ist es fest. Egal wie krank – dann gehört er dir und du hast eine Verantwortung. Du kannst ihn nie mehr wegschicken. Du musst ihn liebhaben. Ihr werdet für immer zusammen sein, wenn du das machst. Dann ist es fest.“  Mikael warf alle Bedenken über Bord, er packte Arthur und zog ihn ins Boot.
Immer schwieriger wurde nun die Fahrt im Kajak, weil Arthur das Boot mehrfach aus dem Gleichgewicht zu bringen drohte. Immer wieder fiel er ins Wasser und immer wieder kämpfte er sich zurück ans Boot und ließ sich reinziehen.
Dann endlich überquerte das Kajak die Ziellinie. Das schwedische Team landete auf dem letzten Platz. Den Titel hatten die vier Sportler verloren, aber einen treuen Freund gefunden. Sie waren glückliche Verlierer und die Sieger der Herzen.

„Arthur zu begegnen und ihn mit nach Hause zu bringen, ist das Beste, was mir je passiert ist.“

Erstaunlicherweise lebte sich Arthur sehr schnell in das zivilisierte Leben ein. Mit Mikaels Familie, bestehend aus seiner Frau Helena und den beiden Kindern Philippa und Thor, ist der Vierbeiner jetzt glücklich in seiner neuen Heimat Schweden.

Quelle: Zeit für Tiere – Ausgabe-Nr. 112